'Kolik' mit Dr. Andrea Holst  
     
 

Dieser Vortrag ist im gleichnamigen Buch Kolik (Cadmos–Verlag, 2004, ISBN 3-86127-274-1) beschrieben und eignet sich sehr gut als Nachschlagewerk.
Mit diesem Ratgeber kann man versuchen, manche Kolikart zu verhindern oder gegebenenfalls die Zeit bis zum Eintreffen des Tierarztes sinnvoll zu nutzen.

Und das Wichtigste wie für jeden Notfall: Bewahren Sie Ruhe und
geben Sie Ihrem Pferd Sicherheit !

Kolik heißt im Grunde nichts anderes als 'Bauchweh'. Unter diesem Begriff fallen sehr viele verschiedene Erscheinungsformen, die erst der Tierarzt sicher zu unterscheiden weiß. Darum gilt bei jedem geringsten Verdacht auf Kolik:

  • Pferd sofort Fressen entziehen, zur Not mittels Maulkorb
  • Tierarzt rufen und genaue Angaben machen
  • Pferd an ruhigen Ort bringen und je nach Witterung evt. eindecken
  • Im Schritt bewegen
  • Keinesfalls wälzen lassen, bevor nicht feststeht, um welche Art Kolik es sich handelt!
  • neben Wirbelsäule vom Nacken bis Schweif entlang streichen (nicht Bauch massieren!)
  • Wenn nötig, bereits um Transportmöglichkeit kümmern

Typische Koliksymptome:

  • Fressunlust
  • Hufescharren
  • sich wälzen wollen
  • zum Bauch umschauen
  • mit Hinterhand zum Bauch schlagen
  • Schweifschlagen
  • Flehmen
  • Schwitzen
  • unruhig oder apathisch

Folgende Kolikarten lassen sich unterscheiden:

 

 
 
ART URSACHE ANZEICHEN
_______________________________________________________________________
 
Krampfkolik falsches Futter, Wetterwechsel, Stress unruhig, vermehrtes Äppeln evt. Durchfall
     
Gaskolik falcsches Futter, Darmverschluss
dickerer Bauch, laute
Darmgeräusche, schwere Atmung, Pferd schwitzt,
Puls erhöht
Verstopfungskolik

zuviel, falsches oder unreines Futter, Zahnprobleme, Bewegungsmangel

keine typischen Symptome wenig Appetit, Pferd schwitzt leicht,
evt. Durchfall
     
Lageveränderung
des Darmes
Muskelkrämpfe, Gase im Darm, Sandeinlagerungen Schweißausbrüche, flache Atmung, erhöhte Temperatur, Austrocknung
     
Verstopfung der Darmartie Darmsteine, Verstopfung, Blutergüsse, Parasiten deutlich typische Symptome (s.o.)
     
 
     
  Vorbeugen:
  • gleichmäßige und richtige Futtergabe
  • ausreichend Bewegung und
  • gleichmäßige Beanspruchung
 
     
 
Zweimal jährlich Flohsamenkur:
Über 10 Tage eingeweichte Indische Flohsamen zum Kraftfutter geben;
- 50 Gramm pro Tag in 3 Kaffeebecher voll warmes Wasser quellen lassen -
Das wäscht eventuell vorhandenen Sand oder Dreck aus den Darmzotten mit dem Kot aus.

 

Frau Dr. Andrea Holst erreichbar unter: 0151 11 72 08 22

 
     
     
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