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Pferdefütterung – die Grundlage für Gesundheit und Leistungsbereitschaft
Pferdefütterung bedeutet nicht nur dem Pferd eine bedarfgerechte Menge an Energie- und Eiweiß zur Verfügung zu stellen, um die körperliche Substanz aufrecht zu erhalten, sondern vielmehr eine artgerechte und gesunde Ernährung anzustreben.
Eine artgerechte und gesunde Ernährung verlangt die Verdauungsphysiologie des Pferdes zu berücksichtigen und zugleich eine ausgewogene Menge an Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu liefern.
Artgerecht ernähren beginnt bei der Grundfütterung. Heu ist hier seit jeher die gesunde Grundlage der Pferdefütterung. Es liefert jede Menge Rohfaser, um die Darmflora intakt zu halten und zusätzlich einen guten Grundstock an lang anhaltender Energie. Heu sorgt für eine rege Kautätigkeit, wichtig für eine gute Verdauung und um Magengeschwüre vorzubeugen. Aber auch als Beschäftigung ist das Kauen von Heu ideal, denn es beschäftigt Pferde stundenlang und kommt so dem natürlichen Bedürfnissen des Pferdes nach, nämlich zu fressen.
Bekanntermaßen fressen Pferde in freier Wildbahn mehr als 16 h pro Tag.
Ein Bedürfnis, dass eine Optimierung der Fütterung und Haltung verlangt. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass auch bei der Heufütterung nicht nur zwei, sondern mehrere Gaben pro Tag empfehlenswert sind, wobei die größte Gabe an Heu möglichst zur Nacht erfolgen soll. Die Stoffwechselentlastung, die durch die positive Wirkung von Heu auftritt, ist ein weiterer wichtiger Grund Pferde jeglicher Leistungsrichtung stets ausreichend mit Heu zu versorgen.
Über den Nährstoffgehalt von Heu kann man ganz generell folgendes feststellen:
Je länger und härter die Halme sind, desto höher ist der Rohfasergehalt und umso geringer ist der Energie- und Eiweißgehalt. Für Reitpferde eignet sich am besten Heu das Mitte bis Ende der Blüte geerntet wird. Pferde die abnehmen sollen sind gut mit spät geerntetem Heu bedient, da dies weniger Energie enthält. Zu beachten ist jedoch, dass sehr spät geerntetes Heu (Rohfasergehalt über 30 %)
den Darm oft überlastet, da dieses nur schwer verdaulich ist. Also zu stark verholztes Heu vermeiden.
Bei der Heumenge gilt grundsätzlich mindestens 1 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht pro Tag, wobei generell immer gelten sollte, soviel Heu wie möglich zu füttern, denn diese Mengen sind längst nicht als Optimum zu betrachten.
Der heutige Wissensstand fordert Heumengen von 1,5 bis 2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht pro Tag, abhängig von der Leistungsrichtung und der Futterverwertung. Auch für Sportpferde sollte eine ausreichende Heugabe gesichert werden, so kann z.B. die Ration für ein Sportpferd (ca. 500 bis 600 kg LM) aus 10 kg Heu (1. Schnitt, Mitte bis Ende der Blüte) plus 3 kg Hafer, 200 ml Öl und einem passenden Mineralfutter bestehen. Die Einschränkung des Raufutterangebotes bringt erheblich Nachteile mit sich wie ein erhöhtes Risiko von Koliken und Verdauungsproblemen, begünstig die Entstehung von Magengeschwüren, belastet den Stoffwechsel und unterschreitet das Kaubedürfnis des Pferdes. Ein weiterer relevanter Aspekt ist die Fütterungstechnik.
Generell lautet die Empfehlung zuerst Heu und dann das Kraftfutter füttern, so wird der Verdauungsvorgang optimiert und Verdauungsprobleme wie Koliken und Magengeschwüre etc. vorgebeugt. Wichtig ist, dass Pferde nicht zulange ohne Nahrung sind, denn der Verdauungsapparat des Pferdes ist auf eine ständige Nahrungszufuhr angewiesen.
Tagsüber sollten Pferde nicht länger als 4 bis 5 Stunden ohne Nahrung sein und auch die nächtliche Futteraufnahmepause sollte nicht länger als 5 bis max. 8 Stunden dauern. Hilfreich dabei ist die Angabe, dass Großpferde für die 1 kg Heu ca. 40 bis 60 min benötigen.
Werden diese optimalen Anforderungen an die Grundfuttergabe erfüllt, so steht ein gesundes und artgerechtes Fundament. Ein weiterer Schritt liegt nun in der passenden Ergänzung mit Kraftfutter. Der Futtermittelmarkt bietet zahlreichen Mischfutter an. An dieser Stelle soll jedoch der oft mit zahlreichen Vorurteilen belastete Hafer angesprochen werden.
Nachfolgend Pluspunkte, die für Hafer sprechen und die eigentlich überzeugen sollten:
- Hafer ist das Getreide, das vom Pferd am leichtesten verdaut werden kann.
- Hafer muss vor der Verfütterung nicht gequetscht, gepoppt oder geschrotet werden, wie Mais oder Gerste, um vom Pferd optimal verdaut zu werden.
- Mais und Gerste unbehandelt zu verfüttern kann hingegen Hufrehe auslösen.
- Hafer enthält Schleimstoffe, die die Verdauung begünstigen.
- Hafer enthält ungesättigte Fettsäuren.
- Hafer enthält ein sehr gutes Eiweiß (Aminosäurenmuster) und nicht mehr oder weniger Eiweiß wie z. B. Gerste.
- Die Haferspelzen regen zum Kauen an.
- Hafer enthält keine Klebereiweiße wie Weizen, Dinkel oder Roggen, die bei größeren Futtermengen zu Verkleisterung des Magens führen können.
- Man weiß was man in den Trog schüttet.
Lediglich hygienische Einschränkungen sprechen gegen Hafer, deshalb stets auf
gute Haferqualität achten.
Liegt die Ration soweit fest, sind die Versorgungsempfehlungen mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen einzuhalten. Deutschlandweit sind die Raufutterqualitäten oft arm an den Spurenelementen Kupfer, Zink und Selen. Nun stellt die einfache Gabe eines handelsüblichen Mineralfutters kein Optimum einer Ergänzung dar und führt oft zur Über- und Unterversorgung. Passende Ergänzungen sollten an der Ration und an den individuellen Besonderheiten des Pferdes
bemessen werden und sind vom Laien nur schwer zu beurteilen. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren sind verantwortlich für zahlreiche Körperfunktionen und Mängel äußern sich schnell durch gesundheitliche Störungen und Leistungsdepressionen. Sich mit diesem Thema näher zu Beschäftigen macht also mehr als Sinn.
Nähere Infos finden Sie auf der Website:
www.futtercheck.de
Buchempfehlungen:
Meyer, Helmut; Coenen, Manfred: Pferdefütterung, Parey Buchverlag.
Zeyner, Anette: Diätetik beim Pferd, Gustav Fischer Verlag.
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