Spezielle Pferdefütterungen  
 

Eine artgerechte Ernährung beugt Krankheiten vor, die sich allmählich entwickeln
können und erst über Jahre bemerkbar machen.
Darum sollte zuerst der Grundbedarf eines Pferdes festgestellt und sicher gestellt
werden, bevor man an eine spezielle Fütterung denkt.
Das Verdauungssystem eines Pferdes ist auf trockenes Steppengras ausgelegt.
Vielerorts findet man hingegen Powergras, das für Milchkühe gezüchtet wurde
und für Pferde bei uneingeschränktem Verzehr zu nährstoffreich ist.
Der kleinen Magen des Pferdes verlangt Kraftfutter in kleinen Mengen, um
Magenüberladungen zu vermeiden. Der Dünndarm ist für die Verdauung von
Getreide verantwortlich. Das verfütterte Getreide sollte darum vom Dünndarm
gut verdaut werden können. Bruchmais, ganzer Mais, ganze Gerste sowie Weizen
und Roggen erfüllen dieses Kriterium nicht. Werden diese trotzdem gefüttert,
rutschen sie zum großen Teil unverdaut in den Dickdarm und können zu heftigen
Verdauungsstörungen und Reheschüben führen. Der Dickdarm ist vielmehr für
die Verdauung von Rohfasern verantwortlich aus der Fettsäuren als Energiequelle
abgebaut werden.

Als artgerechtes Grundfutter gilt somit das Heu, in möglichst bester Qualität. Zu
erkennen an seiner grünlichen Färbung und schimmelfrei. Die Heumenge sollte
1,8 - 2% des Körpergewichtes betragen und in drei Portionen über den Tag
gegeben werden. Idealerweise gibt man die größte Portion abends, um eine zu
lange Hungerperiode über Nacht zu vermeiden.

Zusätzlich gibt man je nach Energiebedarf und Leistungsanforderung ein
Kraftfutter. Zu den Kraftfuttermitteln zählen neben Getreide auch Müsli oder
Mischfutter. Das bekömmlichste Getreide ist der Hafer, der ohne Behandlung
eine sehr gute Verdaulichkeit aufzeigt. Weizen, Roggen und Dinkel eignen sich
gar nicht für die Pferdefütterung, da sie im Pferdemagen schnell verkleben und
im Dünndarm nicht aufgespaltet werden können. Auch Mais ist für ein Pferd
schlecht verdaulich und sollte darum nur in Form von Maisflocken verfüttert
werden.

Die Zugabe von Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Aminosäuren
hingegen ist unumgänglich, da sie im natürlichen Futter nicht mehr ausreichend
vorhanden sind und der Bedarf mit zunehmenden Alter eines Pferdes sprunghaft
steigt.

Speiseöle liefern in der Fütterung essentielle Fettsäuren, die wichtig für den
Zellstoffwechsel sowie für Haut, Haar und Huf sind und zusätzliche Energie
liefern. Als besonders wertvolles Futteröl auf Grund des hohen Anteils an Omega-
3 Fettsäuren gilt kaltgepresstes Leinöl.

Um eine Mangelernährung zu klären, bietet sich im ersten Schritt eine
Nährstoffberechnung der momentanen Futterration an. Auch Blutproben oder
Haaranalysen können Aufschluss über die Versorgungslage geben. Häufig ist das
Spurenelement Zink im Mangel. Ein Großpferd braucht normalerweise um die
500 mg pro Tag.

Fütterung bei älteren Pferde (ab 15 Jahren):

- Heu, möglichst früh geerntet oder Heucobs
- Quetschhafer oder Haferflocken
- Öl als Energieliferant
- Rübenschnitzel zur Stimulierung der Darmflora
- Kraftfutter, dass schon im Dünndarm verdaut werden kann
- Bierhefe

Bei zu dünnen Pferden liegt oft ein chronischer Ernährungsfehler vor, der erst
durch eingehende Analysen festgestellt werden kann. Danach sollte man gezielt
die Futterrationen wie für ein älteres Pferd wieder aufbauen.

Zu dicken Pferden nur rationiertes Heu geben (ca. 1,8 % des bisherigen
Körpergewichtes). Im weiteren Verlauf läßt sich ein Abspecken nur über mehr
Bewegung erreichen, keinesfalls durch Hungern lassen.

Nähere Infos finden Sie auf der Website:

www.futtercheck.de

 

 
 

 

 
     
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