Spaziergang mit Pferd am Sachsenwald

Die Geschichte

Von der Gründung bis zum letzten Kapitel –
ein Rückblick auf einen besonderen Ort.

Die Geschichte von Gut Silk beginnt im Jahr 1608, als der Amtsschreiber Jobst Varendorp von seinem Landesherrn, Herzog Johann Adolf von Holstein-Gottorf, die Erlaubnis erhielt, einen neuen Hof an der Bille zu errichten. Varendorp wählte einen Platz auf einem Plateau am Hangfuß östlich der Schönningstedter Mühle. Das Anwesen wurde zunächst als „Neuhaus“ bezeichnet und war von nahezu allen Abgaben befreit.

1631 wechselte das Gut den Besitzer – und erhielt erstmals den Namen Silk. In den folgenden Jahrhunderten ging es durch über 35 Hände. 1765 wurde Silk zum Kanzleigut erhoben, womit es alle Rechte erhielt, die sonst nur adeligen Gütern zustanden – einschließlich einer eigenen Gerichtsbarkeit.

1839 erwarb Carl Edmund Georg von Alten das Gut, der 1815 als Kommandeur der Dritten Königlich Deutschen Legion in der Schlacht bei Waterloo gekämpft hatte. 1875 kaufte schließlich Otto von Bismarck das Anwesen für 102.000 Taler. Silk blieb fortan im Besitz der Familie Bismarck.

Die alte Silker Scheune, einst das zweitälteste Gebäude Reinbeks

Von den einst prächtigen Gebäuden ist heute wenig übrig. Das Herrenhaus – auf einer Karte von 1748 noch als stattliche Villa dargestellt – stürzte 1870 bei einem schweren Sturm in sich zusammen. Umfangreiche Alleen aus über 250 Bäumen und eine Lindenallee mit mehr als 80 Bäumen zeugen noch heute von den einstigen Park- und Gartenanlagen.

Die große Fachwerkscheune am Silker Weg galt nach dem Schloss als das zweitälteste Gebäude Reinbeks. Mit 40 Fach Länge – etwa 52 Meter – und einem fast 20 Meter hohen Reetdach war sie ein eindrucksvolles Zeugnis traditioneller Zimmermannskunst. 2005 musste sie wegen Bauffälligkeit abgebrochen werden.

Heute wird das Gut nicht mehr als Landwirtschaftsbetrieb genutzt. In die Gebäude ist ein Reiterhof eingezogen, die umliegenden Koppeln dienen als Auslauf für die Pferde.

1991

Übernahme des Hofgeländes

Beginn der Umbauarbeiten auf Gut Silk, Juni 1991

1991 wird das Gutsgelände von Familie Dusenschön übernommen. Die Landwirtschaft war bereits zuvor übergeben worden, nun beginnt die Umgestaltung zum Reitstall.

Mit den ersten Umbauarbeiten wird der Grundstein für Gut Silk gelegt, wie ihn viele Menschen später kennenlernen.

1992

Einzug der ersten Pferde

Fertiggestellter Hof nach dem Umbau, 1992
Hofanlage Gut Silk nach der Fertigstellung, 1992
Stallgebäude auf Gut Silk in den frühen Jahren
Reitplatz und Stallreihe in den frühen Jahren von Gut Silk

Nach Abschluss der Umbauarbeiten ziehen die ersten Pferde auf Gut Silk ein. Der Reitstall am Sachsenwald nimmt seinen Betrieb auf.

1995

Holzhalle, Ringreiten und Tag der offenen Tür

Ringreiten auf Gut Silk im Jahr 1995
Tag der offenen Tür mit Pferden und Besuchern auf Gut Silk
Reitergruppe bei einer Veranstaltung auf Gut Silk
Stalltrakt von Gut Silk in den 1990er Jahren

1995 entsteht die Holzhalle mit 14 Boxen. Gleichzeitig wird der Hof immer mehr zu einem Ort der Begegnung und zu einem festen Treffpunkt für Reiterinnen, Reiter und Familien.

Das Ringreiten findet in diesem Jahr erstmals im Rahmen eines Tags der offenen Tür statt und bleibt vielen bis heute in besonderer Erinnerung.

1998

Gut Silk wird zu einem Ort des Miteinanders

Arbeit auf dem Reitplatz in früheren Jahren
Historische Ansicht eines Hofgebäudes auf Gut Silk
Pferde auf der Weide von Gut Silk

1998 übernehmen Kai und Dörte Dusenschön den Stall von Hans Dusenschön. In den folgenden Jahren entwickelt sich Gut Silk für viele Menschen zu weit mehr als einem klassischen Reitbetrieb.

Willkommen sind alle Reitarten – klassisch, Springen oder Western. Entscheidend war immer das gute Miteinander von Menschen, Pferden und Alltag auf dem Hof.

2002

Bau der großen Halle

Bauarbeiten an der großen Reithalle auf Gut Silk
Stahlkonstruktion der großen Reithalle
Fertiggestellte große Reithalle
Bauphase der großen Reithalle mit sichtbarer Stahlkonstruktion
Bauphase der großen Reithalle in Frontansicht
Bauphase der großen Reithalle in Seitenansicht
Fertiggestellte große Reithalle von außen
Reithalle mit Glasfront auf Gut Silk

2002 wird die große Halle im Format 20 x 60 Meter gebaut. Zusätzlich entstehen weitere Außenboxen – ein entscheidender Entwicklungsschritt für den Hof.

Die Aufnahmen dokumentieren die Bauphase von der Stahlkonstruktion bis zur fertigen Halle und zeigen, wie stark sich Gut Silk in dieser Zeit verändert.

2003

Kinderreitschule und gemeinsames Lernen

Training mit großem Gymnastikball auf dem Reitplatz
Drei Pferde auf der Koppel von Gut Silk

2003 startet die Kinderreitschule mit fünf Ponys. Damit öffnet sich Gut Silk noch stärker für Kinder, Familien und den spielerischen Zugang zum Reiten.

Gleichzeitig prägen Fortbildungen, Lehrgänge, Referate und gemeinsames Lernen den Alltag auf dem Hof.

2005

Abschied von der alten Scheune

Die alte Silker Scheune

Nach dem Bau der großen Halle endet ein weiteres Kapitel der Hofgeschichte: Die alte Scheune, eines der prägenden historischen Gebäude, wird 2005 abgebrochen.

Damit verändert sich das Bild von Gut Silk noch einmal sichtbar – zwischen Tradition und neuer Nutzung als Reiterhof.

2009

Anweiden, Turniere und Weihnachtsreiten

Pferdeherde auf der Koppel
Pferde in Bewegung auf der Koppel
Ehrung bei einer Veranstaltung auf dem Hof
Vorführung und Ehrung bei einer Veranstaltung auf Gut Silk
Weihnachtliche Vorführung in der Reithalle
Weihnachtsshow mit Engelkostümen
Weihnachtsshow mit Schneemannkostümen

Ab 2009 gehören das Anweiden im Frühling, Weihnachtsreiten mit Quadrille und Verkleiden sowie kleine Turniere fest zum Jahreslauf auf Gut Silk.

Solche Veranstaltungen zeigen, wie lebendig die Gemeinschaft auf dem Hof war und wie viel Freude alle Generationen daran hatten.

2010

Reiterball und gelebte Gemeinschaft

Erinnerungsfoto vom Reiterball
Gruppenfoto beim Reiterball
Kater Paulchiko auf Gut Silk

Ein Reiterball durfte nie fehlen. Arndt Hönke und die Familie Dusenschön hielten diese Tradition lebendig und schufen viele bleibende Erinnerungen.

Auch jenseits von Turnieren war Gut Silk ein Ort, an dem man zusammenkam, lachte und sich zuhause fühlen konnte. Selbst Hofkatzen wie Paulchiko gehörten ganz selbstverständlich dazu.

Viele Jahre

Mehr als ein Stall

Pferde entlang des Zauns auf der Weide
Pferd im Gegenlicht auf einer Weide von Gut Silk
Sonnenaufgang über den Weiden von Gut Silk

Wer auf Gut Silk Zeit verbrachte, erinnert sich nicht nur an Reitstunden. Ob Weiden abäppeln, Springstangen streichen, Heideausfahrten, Lehrgänge oder Stallversammlungen – Spaß und Gemeinschaft standen immer mit im Mittelpunkt.

Viele beschrieben Gut Silk deshalb als einen Ort, der sich anfühlte wie ein Zuhause: ein Freizeitstall im besten Sinn, an dem man mit Pferden und Menschen gemeinsam erleben durfte.

2024

Das letzte Kapitel

2024 fiel die Entscheidung, den Hof abzugeben. Damit endete für viele nicht nur die Geschichte eines Reitstalls, sondern auch ein Stück Kindheit.

Zurück bleiben Erinnerungen an Pferde, Menschen, Veranstaltungen, Lernmomente und einen Ort, an dem man sich willkommen fühlen konnte.

Die historischen Angaben auf dieser Seite basieren auf dem Beitrag „Silk – ein Kanzleigut an der Bille“ von Eckart Bünning, veröffentlicht auf Reinbeker Geschichten.